WhatsApp – Gespräche und Dateien ab jetzt verschlüsselt

WhatsApp

Besser spät als nie, könnte man meinen: der beliebteste Messenger der Welt, WhatsApp, hat endlich eine Verschlüsselung der Gespräche eingeführt. Scheinbar hat der Streit zwischen Apple und dem FBI und der daraus resultierenden Debatte um Privatsphäre der Nutzer erste Früchte getragen. Verschlüsselte Messenger gibt es schon lange, nur nutzen wollte sie keiner. Mit dem neuesten Update macht sich WhatsApp also noch beliebter.

Die gesamte Kommunikation zwischen zwei Gesprächspartnern, also neben Textnachrichten auch Sprachnachrichten, versendete Dateien oder WhatsApp-Anrufe, sind künftig verschlüsselt. Das teilte der Messenger unlängst mit. Die beiden Geschäftsführer Jan Koum und Brian Acton haben dafür den Kryptographen-Spezialisten Moxie Marlinspike (Künstlername) mit ins Boot geholt. Es handelt sich dabei um sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, was bedeutet, dass die versendeten Nachrichten oder Dateien lediglich vom Empfänger ausgelesen werden können.

Das Update kam recht überraschend und damit kein Nutzer das neue Feature entgeht, ist in den Chats folgende WhatsApp-Meldung zu lesen:

WhatsApp Verschlüsselung

Verschlüsselt sind die Chats allerdings nur, wenn beide Gesprächspartner die neueste WhatsApp Version nutzen. Wer auf das Profil eines Kontakts tippt, erkennt am Vorhängeschloss (entweder offen oder geschlossen), ob der Chat verschlüsselt ist. Wer ganz sicher gehen will, kann auch einen 60-stelligen Code mit seinem Freund abgleichen oder, falls man nebeneinander steht, auch bequem den angezeigten QR-Code scannen. Dann sollte die Meldung folgen, dass der Chat mit diesem einen Kontakt tatsächlich verschlüsselt ist.

Das ist ein wichtiges und lange überfälliges Feature, das WhatsApp jetzt einführt. Andere Messenger, wie etwa Telegram, waren da lange weit voraus, doch nur genutzt hat sie keiner. Das neue Feature dürfte in den nächsten Tagen mehr User erreichen und der Schnüffelei jedweder Partei enge Grenzen setzen. Was von der Verschlüsselung ausgenommen ist, sind die sogenannten Metadaten, also wer mit wem wann und für wie lange gesprochen hat.