Spotify – Vorbei mit der Gratisversion?

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Spotify war für lange Zeit ein Synonym für Musikstreaming. Das schwedische Unternehmen hat mit seiner einfachen und inhaltsreichen App viele Millionen User locken können. Doch seit dem Start von Apple Music Anfang Juli sind die Aussichten düster für Spotify. Um etwas gegen Apple aufbieten zu können, wird nun das Geschäftsmodell neu justiert mit der Konsequenz: Weniger Inhalte für Gratisnutzer.

Das Spotify-Prinzip ist einfach: Wer 9,99 Euro monatlich zahlt, kann ohne Einschränkung alle 30 Millionen Songs hören und speichern. Wer hingegen die kostenlose Version nutzt, zahlt nichts, muss sich aber in regelmäßigen Abständen Werbung anhören. Das ist nicht weiter nervig, da die Spots im Schnitt 30 Sekunden lang sind und nicht nach jedem einzelnen Lied laufen. Andere Einschränkungen, wie etwa die begrenzte Abspielzeit pro Woche, sollten die Nutzer zum Premium-Account bewegen. Das hat offenbar nicht gefruchtet. Nun wird das Angebot weiter beschränkt, wie DigitalMusicNews berichtet.

Scheinbar haben sich die Nutzer daran gewöhnt Werbung zu hören, weshalb die Nutzerzahlen der Premium-Version nicht weiter ansteigen. Deshalb sollen bestimmte Lieder und Alben nur noch Abo-Kunden zugänglich sein. Diese Änderung könnte Anfang 2016 in Kraft treten und neue Alben einschließen. Eine Erhöhung der Abo-Gebühr von knapp 10 Euro monatlich stünde auch im Raum, ist aber eher unwahrscheinlich. Schon am 1. Oktober laufen aktuelle Lizenzverträge zwischen Spotify und den Musiklabels aus, dann ist eine endgültige Entscheidung fällig. Bis dahin ist auch die Apple Music Testphase abgelaufen und es wird sich zeigen, wie gut Apple’s Musikstreamingdienst bei den Nutzern ankommt. Diese Konkurrenzsituation werden die Plattenfirmen natürlich nutzen, um Druck auf Spotify auszuüben die Gratisversion abzuschaffen.

Laut eigenen Angaben hat Spotify rund 75 Millionen Nutzer, von denen 20 Millionen das kostenpflichtige Abo gebucht haben. Das stellt die Schweden nun vor der Herausforderung, genug Geld einzunehmen, um Künstler ordentlich zu vergüten. In der Vergangenheit tauchten jede Menge Berichte auf, wonach selbst millionenfach abgespielte Lieder dem Künstler nur wenige tausend Dollar einbrachten. Kein Vergleich zu Musik-CD’s, an denen Musiker gut verdienten. Bei Apple Music verdienen die Künstler nicht unbedingt besser.

Quelle: digitalmusicnews.com