S-Pen mit eingebauter Kamera im Galaxy Note 10?

Mit den immer größeren Smartphone-Bildschirmen reichten die Finger irgendwann nicht mehr an alle Ecken. Die Geburtsstunde des Smartphone-Bedienstifts war gekommen. Mit dem Samsung S-Pen haben die Koreaner ihrer übergroßen Galaxy Note Familie einen äußerst praktischen Stift an die Seite gestellt. Doch statt mit dem S-Pen nur zu schreiben oder zu steuern, wie es bislang der Fall war, soll man mit dem Stift auch Bilder knipsen können.

Eine Kamera in einem Stift? Klingt irgendwie nach James Bond. Tatsächlich ist dem koreanischen Konzern ein im Februar 2017 beantragtes Patent gestern zugesprochen worden. Es beschreibt eine im Bedienstift S-Pen integrierte Kamera. Dank Bluetooth sind alle geknipsten Aufnahmen direkt auf dem Smartphone. Der besondere Stylus wird womöglich Ende diesen Jahres mit dem Galaxy Note 10 vorgestellt. Sicher ist das allerdings nicht und Samsung hat sich zu den Berichten nicht geäußert.

Samsung’s Patentantrag beschreibt einen S-Pen mit eingebauter Kamera | (c) Patently Mobile

Kamera im S-Pen – Das hat der Nutzer davon

Und nun zur entscheidenden Frage: Welche Vorteil bietet eine Kamera im S-Pen? Für Samsung wird wertvoller Platz im Smartphone frei. Platz, der sonst für die Frontkamera draufgegangen wäre, könnte dann für etwas anderes genutzt werden. Etwa eine Hauptkamera mit echtem optischen Zoom. Im Patent wird ebenfalls auf den optischen Zoom des S-Pen hingewiesen. Bislang ist zweifacher optischer Zoom mit dem Galaxy S9 Plus möglich, das mit einer Weitwinkel- und Telekamera ausgestattet ist.

Und der Vorteil für den Nutzer? Bilder können aus unterschiedlichen Winkeln aufgenommen werden, während der Smartphone-Bildschirm als Bildsucher dient. So können noch präzisere Fotos geknipst werden, da man auf dem verbundenen Galaxy Note eine Live-Vorschau des Motivs sieht.

Digitaler Zoom und optischer Zoom – Das ist der Unterschied

Was macht nun den optischen Zoom im künftigen S-Pen so besonders? In Smartphones wird für gewöhnlich digitaler Zoom verwendet, da ein System mit optischem Zoom mehr Platz im Inneren beansprucht. Möchte man Nutzer also nicht mit einem dicken Smartphone abschrecken, werden gerne Dual-Kameras für eine bessere Bildqualität verwendet, was sich vor allem beim Vergrößern bemerkbar macht. Einen echten optischen Zoom aber hat man dadurch nicht.

Beim optischen Zoom wird also das Motiv ohne größeren Qualitätsverlust vergrößert, da Objektiv und Brennweite mechanisch eingestellt werden. Beim digitalen Zoom hingegen rechnet der Bildprozessor beim Vergrößern des Motivs die Informationen selbst und füllt so die entstandenen Lücken. Bei sehr hoher Vergrößerung verursacht das unscharfe und daher unschöne Motive.

Ob Samsung bereits dieses Jahr das Patent umsetzt oder sich die Koreaner nur eine Technologie für zukünftige Projekte gesichert haben, erfahren wir wohl spätestens im Herbst 2019.

Bild: patentlymobile.com, flickr.com