OnePlus: Die Entwicklung zum wahren „Flagship Killer“

Knapp sechs Jahre ist es her, als das OnePlus One der Weltöffentlichkeit vorgestellt und als „Flagship Killer“ deklariert wurde. Damals war es nur per Einladung möglich, ein Smartphone zu bestellen und diese etwas außergewöhnlichen Marketing-Maßnahmen fand man auch bei den folgenden Generationen immer wieder. Die chinesische Firma mit dem etwas anderen Namen galt damals noch als Witz in Deutschland, Europa und der gesamten westlichen Welt, doch schnell verkörperten die Handys von OnePlus einen hohen Standard zum fairen Preis. Bereits das allererste Modell verzauberte die Nutzer mit dem Sandstone Cover, das so gut in der Hand lag wie kein anderes Smartphone.

Die ersten Enttäuschungen

Nach dem überraschenden Erfolg des OnePlus One wartete die Fachwelt gespannt auf den Nachfolger, das OnePlus Two, das 2015 vorgestellt wurde. Die Verbesserungen waren allerdings nur marginal und kaum ersichtbar. Weder die Kamera noch die restliche Hardware wurden verbessert und das Smartphone zeichnete sich stattdessen durch die gleichen Probleme wie der Vorgänger aus. Besonders das Überhitzen der Modelle wurde zum Dauerthema bei den Nutzern. Noch weniger erfolgreich war das kleine, handliche OnePlus X, auf das man gar nicht weiter einzugehen braucht.

OnePlus 3: Ein Schritt in die richtige Richtung

Das chinesische Start-Up zeigte nur ein Jahr später eindrucksvoll, dass es aus den vorherigen Fehlern gelernt hat. Vor allem das erstmals eingeführte „Dash Charge“, eine bis heute einzigartige Schnellladefunktion, brachte das OnePlus 3 wieder an die Spitze unter den Budget Phones. Ein OnePlus 4 wurde übrigens nicht vorgestellt: Die Zahl bringt in China Unglück! Stattdessen erschien mit dem 3T eine wahre Arbeitsmaschine, die sich optisch nicht vom 3 unterschied, aber noch mehr Leistung bot.

OnePlus 5 und 5T: Die Preise ziehen an

Ein großartiges Design und eine weiter verbesserte Hardware sind die Markenzeichen der vierten Generation, das in den USA für gerade einmal $480 vorgestellt wurde und damit noch immer deutlich günstiger war als die Geräte von Samsung und Apple. Im Vergleich zu den Vorgängern war es allerdings teurer, da diese nur knapp $300-$400 kosteten. Die Preispolitik sorgte für Zweifel am Unternehmen, das sich eigentlich kleine Preise auf die Fahne geschrieben hat.

OnePlus 6 und 6T: Die Frage nach dem Headphone Jack

Wie kaum ein anderes Thema steht der Kopfhöreranschluss seit Jahren im Fokus von Smartphone-Nutzern. Apple machte den Auftakt, als das iPhone 7 erstmals komplett ohne separaten Anschluss ausgeliefert wurde. Andere Hersteller folgten, doch OnePlus widersetzte sich beim 6er Modell dem Trend, was von den Fans begeistert aufgenommen wurde… Bis das OnePlus 6T ohne Headphone Jack vorgestellt wurde! Die Entrüstung war groß, doch das Handy an sich war so gut, dass viele Käufer darüber hinwegsahen. Besonders der Fingerabdrucksensor unter dem Bildschirm war ein echtes Highlight, doch inzwischen überstiegen die Preise locker die 600€.

Ist das OnePlus 7 der wahre Flagship Killer?

Anfang des Jahres stellte OnePlus das 7 und das 7 Pro vor, wobei besonders das letztere neue Maßstäbe in der Branche setzt. Ein randloses Display wird hier geschaffen, indem die Frontkamera aus dem Gehäuse fährt, wenn sie benutzt wird. Auch ansonsten steht das OnePlus 7 Pro keinem anderen Gerät in irgendeinem Bereich nach, doch leider sind die Geräte heute auch kaum noch günstiger als die Modelle von Samsung, Apple, Huawei und LG. Hat OnePlus damit einen Konkurrenten zu den teuren Flaggschiffen erschaffen oder hat sich das Unternehmen einfach nur den großen Marken angepasst? Das muss jeder für sich entscheiden, doch wir freuen uns bereits auf das OnePlus 7T Pro, das in wenigen Wochen vorgestellt werden sollte!

Bildquelle: Wikipedia.com