App-Store-Apps

Nicht runterladen! – Vorsichtig sein bei Schnüffel-Apps

Ob wir nun im Supermarkt schnell googlen wollen was Gluten ist oder ob wir für unsere Reise die schnellste Route raussuchen, Apps vereinfachen unser Leben in vielen Bereichen. Neben den praktischen und hilfreichen Apps gibt es aber eine ganze Menge anderer Anwendungen, die ganz andere Ziele verfolgen, nämlich aus unseren Daten Geld zu machen. Wie dreist das Ganze in einer hübschen App verpackt wird, zeigt das Beispiel der Foto-App Meitu.

Seit einigen Wochen sieht man vermehrt Freunde, Bekannte oder Prominente im Netz, deren Gesichter wie ein japanischer Anime-Charakter aussieht – große Augen, viel Rosa und ein paar in der Luft hängenden Herzen. Diese haben nicht plötzlich ihr Faible für japanische Mangas gefunden, sondern spielen mit einer neuen und derzeit beliebten App herum. Sie heißt Meitu und mit wenigen Handgriffen wandelt man das eigene Selfie in ein quirlig buntes Gesicht. Der Stil nennt sich „kawaii“ und betont die kindliche Niedlichkeit eines Menschen. Typisch japanisch eben.

Meitu Foto App Zugriffsberechtigungen 2

Die App ist aber alles andere als süß und aus Japan stammt sie auch nicht. Meitu gibt es bereits seit 2008 und ist sehr populär in China. Spätestens seit dem neuesten Update ist die Foto-App auch weit über die Grenzen Chinas bekannt geworden und so hat man auf Facebook etwa den verniedlichten Donald Trump zu sehen bekommen. Das Problematische an der App ist nicht die Herkunft, sondern die Berechtigungen, die sie nach der Installation verlangt. Schließlich müsste und dürfte eine Foto-App nur auf die Kamera und die Galerie zugreifen können. Meitu verlangt von Android Nutzern jedoch den Zugriff auf die Standortdaten, die Telefonnummer sowie die Möglichkeit beim Einschalten des Phones direkt zu laufen. Beim iPhone wird zusätzlich geprüft, welchen Mobilfunkanbieter es nutzt und ob es per Jailbreak geknackt wurde.

Meitu Foto App Zugriffsberechtigungen

Diese massiven und für das reibungslose Funktionieren der App eigentlich unnötigen Berechtigungen haben Experten auf den Plan gerufen. Sie haben sich den Code der App angeschaut und vermuten, dass all die gesammelten Daten dem Zweck dienen den Nutzern stärker personalisierte Werbung zukommen zu lassen. Klar, man kann das als einen Deal ansehen: die Dienste einer App im Gegenzug für persönliche Daten. Aber da man nicht wissen kann wie und für welche Zwecke genau diese Daten verwendet werden, sollte man auf Meitu und ähnlich schnüffelnde Apps verzichten.

Übrigens: je mehr Zugriffsberechtigungen eine App verlangt, desto skeptischer sollte man sein. Vor allem, wenn eine Foto-App das Telefonbuch auslesen oder den Standort des Nutzers wissen will. Glücklicherweise hat Google etwa beim Play Store eine Übersicht der Berechtigungen eingeführt und wer eine App installiert, kann auf Android Geräten einzelne Zugriffe ablehnen. Ob die App dann noch reibungslos läuft, ist eine andere Frage.

Bild: cnet.com