iPad Mini Review – Das neue Apple Tablet mal genauer angeschaut

Apple stellte vor wenigen Wochen seine neuen iPads mit samt aufgefrischten iMacs und MacBooks vor. Das iPad mini reiht sich als kleiner Bruder in die erfolgreiche Reihe der Apple Tablets ein. Der Namenszusatz „mini“ beschreibt aber in erster Linie den kleineren Display mit seiner 7,9 Zoll Diagonale. Denn auf beliebte Funktionen der Großen muss der Kleine nicht verzichten. Der Preis ist ebenfalls nicht mini. Wir haben uns das iPad mini mal genauer angeschaut.

Monatelang wurde über ein kleineres iPad gerätselt. Es wurde hauptsächlich über den Preis spekuliert, der, so die Meinung der Meisten, günstiger ausfallen wird. Damit die Konkurrenz von Amazon (Kindle Fire) und Google (Nexus 7) angegangen werden kann, ist ein günstiger Preis entscheidend. Aus dem günstigen Preis ist aber nichts geworden, denn mit einem Startpreis von 329 € ist es weiterhin im hochpreisigen Segment angesiedelt. Für die volle Ausstattung, sprich LTE und 64 GB Speicher, müssen 659 € auf den Tisch gelegt werden. Apple strengt sich jedoch an, sich von anderen Tablet-Herstellern abzuheben.

Design & Gehäuse

Das iPad mini führt das zeitlose Design seiner Vorgänger fort und überzeugt mit seinem Äußeren genauso wie mit der soliden Verarbeitung. Das Aluminiumgehäuse, in schwarz oder silber, wird von abgerundeten und lichtreflektierenden Kanten ergänzt, die nahtlos das Display ümgeben. Das schwarze iPad mini beispielsweise schimmert leicht bläulich und purpur, wenn Licht daraufstrahlt.

Die Änderungen beim iPhone 5 haben auch Einzug ins iPad mini gefunden. So sind unten neben dem neuen Lightning Anschluss auch die Lautsprecher zu finden, die einen guten Stereo Sound hergeben. Auf der rechten Seite sind die Lautstärkeregler sowie die Stumm-Taste untergebracht, also wie gewohnt. Die Vorderseite besteht vollkommen aus Glas und das Display ist im Vergleich zu den direkten Konkurrenz-Geräten einen Tick größer geraten. Trotz Aluminiumgehäuse wiegt das iPad mini lediglich 308 Gramm und ist nur 7,2 mm dünn, weshalb es gut in der Hand liegt.

Hardware & Kamera

Das iPad mini wird von einem A5-Dualcore Prozessor angetrieben wie er beim iPad 2 vorhanden ist. Neben dem zwei Generationen alten CPU kommt ein 512 MB RAM zum Einsatz, der ruhig hätte größer ausfallen können. Der interne Speicher beläuft sich auf 16, 32 und 64 GB. Weiterhin bietet einem das kleine Tablet Bluetooth 4.0, einen Beschleunigungsmesser, ein 3-Achsen-Gyroskop für die Navigation und natürlich auch den flotten Mobilfunkstandard LTE. Während also die Hardware größtenteils mit dem iPad 2 übereinstimmt, ist die Kamera jedoch stark verbessert worden.

Mit der 5 Megapixel starken Kamera lassen sich zwar keine Profi-Aufnahmen machen, aber der Farbton der Bilder und die Fähigkeit auch bei schlechten Lichtverhältnissen zu knipsen, macht die Kamera attraktiver als bei manch neuem Smartphone. Die vordere FaceTime HD Kamera mit 1,2 Megapixel eignet sich gut zum Chatten, für mehr aber auch nicht.

Display

Die Diagonale von 7,9 Zoll war schon länger bekannt, nur in Sachen Auflösung gingen die Meinungen auseinander. Verbaut Apple etwa auch beim iPad Mini ein Retina Display? Leider nein, denn aus Retina wurde IPS und die Auflösung hält sich auch in Grenzen. Mit 1.024 x 768 Pixel ist es auf dem Stand des iPad 2 und muss das Feld für das Google Nexus 7 und dem Kindle Fire HD von Amazon (jeweils 1.280 x 800 Pixel) räumen. Einen Vorteil birgt die Auflösung für Apple aber doch: Apps müssen nicht extra angepasst werden.

Und trotzdem überzeugt das Crystal-Clear Display dank satter Farben und dunklem Schwarz. So sehen Spiele, Fotos und Videos trotz „geringerer“ Auflösung sehr gut aus. Wenn es aber um das Surfen auf Internetseiten, dem Lesen von Büchern oder E-Mails geht, dann schlägt sich die geringe Auflösung auf das Auge aus. Manche unsaubere Kanten werden sichtbar. Apple selbst hat mit dem Retina Display einen neuen Schritt in Sachen Display-Technologie gemacht. Schade nur, dass das iPad mini nicht davon profitiert.

Software & Akku

Selbstverständlich kommt iOS 6 zum Einsatz. Im Vergleich zum iPhone verkaufen gibt es aber einige Anpassungen an die Größe des iPad mini. So sind die Ränder so programmiert, dass beim Halten mit dem Daumen keine versehentlichen Berührungen zustande kommen. In Sachen App-Angebot steht Apple weiterhin an Platz 1. Die Miniprogramme sind für beinahe alle Geräte der verschiedenen Generationen verfügbar. Da Apple genau kontrolliert, welche Programme im App Store landen, kommen fehlerhafte Apps so gut wie nie vor.

Der Akku ist mit einer Kapazität von 4000 mAh und einer Leistung von 16,3 Wattstunden recht stark. Auch wenn das iPad mini die verschiedensten Aufgaben erfüllen muss (Spielen, Videos schauen, Surfen, etc.), muss der Akku erst am nächsten Tag wieder aufgefrischt werden. Wer also auf Langlebigkeit des Akkus setzt, wird mit dem iPad mini seinen Spaß haben.

Fazit

Das iPad mini überzeugt mit seinem Design, seiner Verarbeitung und dem geschlossenen Ökosystem, das einem aktuelle Updates und die verschiedensten Apps immer rechtzeitig liefert. Auch die Akkulaufzeit ist überzeugend, da heutzutage fast kein Gerät länger als einen Tag überlebt.
In Sachen Display hätte man die eigens entwickelte Retina-Technik verwenden können, um den gesetzten Standard nicht zu unterbieten. Dann aber wäre der Preis wohl noch höher ausgefallen. In Sachen Preis, ob es an der Beliebtheit von Apple Produkten liegt oder der Abgrenzung Apple’s von günstigen Geräten, ist noch viel Luft nach unten.
Das iPad mini sollte nicht als abgespeckte kleine Version eines normalen iPads angesehen werden, sondern als eigenständiges Tablet mit eben kleineren Ausmaßen.

Quelle: theverge.com