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Internet für die Welt! Wie Internet.org neue Nutzer ans Netz schaltet

Internet.org Facebook Samsung Nokia Google

Facebook, Google und andere namhafte Tech-Unternehmen investieren seit einigen Jahren viel Geld in Projekten, um dem Zweidrittel der Menschheit ohne Internetanbindung eine ebensolche zu verschaffen. Was hierzulande durch unterirdische Glasfaserkabel möglich ist, würde in weiten Teilen der Welt durch mangelnde Infrastruktur Jahre dauern und Unsummen verschlingen. Die Organisation Internet.org möchte daher das Internet in die gesamte Welt hinaustragen und mehr Menschen miteinander verbinden.

Wie könnten wir Fragen ohne Google beantworten, das Wetter checken ohne App, Flüge buchen ohne Vergleichsportale? Seit Jahrzehnten ist das Internet Grundstein für unser Arbeiten, Kommunizieren und Wissen. Das Internet ist für uns zur Selbstverständlichkeit geworden, wovon Zweidrittel aller Menschen nur eine vage Vorstellung haben. Um aus dieser Vorstellung etwas Handfestes zu machen, hat sich die Internet.org auf die Fahnen geschrieben, diese Mehrheit an Netz zu schalten.

Internet.org ist ein Zusammenschluss führender Konzerne, darunter Ericsson, Facebook, Nokia, Samsung und andere. Selbstverständlich handeln diese Unternehmen nicht aus selbstlosen Motiven, sondern möchten neue Kunden akquirieren. Die Nutzerzahlen von Facebook beispielsweise stagnieren seit Jahren, da der verfügbare Markt bereits übersättigt ist. Wenn die restlichen 70 % Menschen einen Internetanschluss mithilfe von Facebook erhalten, ist das natürlich ihr soziales Netzwerk erster Wahl. Eine Hand wäscht die andere sozusagen.

Aktuell vermeldet Facebook den Start eines Projektes in Sambia im Süden Afrikas. In Zusammenarbeit mit dem indischen Telekommunikationsanbieter können Kunden, die über einen Vertrag und ein Smartphone verfügen, einige grundlegende Anwendungen kostenlos verwenden. Darunter ist selbstverständlich Facebook, aber auch der Zugang zur Google Suche, Wikipedia, der Wetter App AccuWeather sowie zu Gesundheitsdiensten und Jobportalen ist kostenfrei und zehrt nicht am Datentarif. Wer darüber hinaus mehr verlangt, wird zur Kasse gebeten. Eine sehr gelungene Initiative und ein erster Schritt, Menschen mit dem Internet vertraut zu machen. Bei einem Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner von unter 1.000 US-Dollar im Jahr bleibt die Frage, wie viele Menschen sich überhaupt einen Vertrag mit Smartphone leisten können.

Google Project Loon

Eine andere Herangehensweise Menschen mit einer Internetanbindung zu versorgen, legt Google an den Tag. Mit dem Project Loon möchte der Suchmaschinengigant durch in der Luft schwebenden Ballons ein WLAN-Netz vor allem in entlegene Gegenden transportieren. Aktuell wird eine brasilianische Schule durch solch einen Ballon mit dem Internet versorgt. Gewiss befindet sich Project Loon noch in der Experimentierphase, doch zeigen die schweren Bedingungen (Hitze, Kälte, Flughöhe in der Stratosphäre), dass es möglich ist. Anstatt also eine gesamte Infrastruktur von der Pike auf aufzubauen, benötigt man lediglich die Ballons und WLAN-Empfangsstationen am Boden.

Mit diesen und vergleichbaren Projekten steuern wir einer noch enger vernetzten Welt entgegen, in der Menschen aus Afrika, Asien, Südamerika und vielen weit abgelegenen Teilen der Erde am Wissen der Menschheit teilhaben können. Dass für Facebook, Google und Co. auch etwas herausspringt, kann und sollte hingenommen werden.

Bild: mobilegeeks.de