Samsung-biegsames-Display-3

Innovation mit Knick – Samsung zeigt erstmals faltbares Smartphone

Samsung präsentierte gestern Nacht das, was dem Hersteller über nunmehr viele Jahre nachgesagt wurde. Und was vielleicht als Smartphone 2.0 oder zumindest als innovatives Konzept bezeichnet werden könnte. Samsung präsentierte nämlich sein erstes Smartphone mit biegbarem Bildschirm. Das noch namenlose Gerät, das wahlweise Smartphone oder Tablet ist, soll schon nächstes Jahr erscheinen. Aber ist es überhaupt reif für den Markt und interessant für den Kunden?

Umhüllt von Dunkelheit, Details kaum erkennbar, ein näherer Blick oder gar Anfassen verboten: Bei der gestern eröffneten Samsung Developer Conference 2018, bei der es dem Namen nach hauptsächlich um Software geht, stellte der koreanische Hersteller erstmals sein faltbares Smartphone vor. Es war keine Produktvorstellung im klassischen Sinne, sondern der Beweis an die Öffentlichkeit, dass Samsung’s Anspruch an innovative Designs und Funktionen nicht abgerissen ist. Denn schon seit vielen Monaten wurde über ein „Galaxy X“ Smartphone spekuliert, ein vertikal faltbares Smartphone mit zwei Displays. Möglicherweise mündet der gezeigte Prototyp in ein marktreifes Galaxy X Smartphone irgendwann nächstes Jahr.

Samsung Infinity Flex Display

Jedenfalls ist die Machbarkeit von faltbaren Smartphones unter Beweis gestellt. Was Samsung als „Infinity Flex Display“ bezeichnet, ist ein OLED-Display mit einer obersten Lage aus Polymer-Verbundstoff. Denn unflexibles Glas kann hierfür nicht genutzt werden. Dadurch soll das Gerät laut Samsung „hunderttausende Male“ gefaltet werden bevor der Mechanismus allmählich nachlässt. Künftig will der koreanische Konzern weitere Displays entwickeln, die sich aufrollen lassen oder dehnbar sind. Die Anwendungsfelder sind schier gewaltig, sodass eine Nachfrage nach solchen flexiblen Bildschirmen gesichert ist.

Samsung Infinity Flex Display gefaltet

Aufgeklappt präsentiert sich das Gerät als Tablet mit zwei Bildschirmen. Wird es zugeklappt, hält man ein recht dickes Smartphone in den Händen. Allerdings gab Samsung an, dass der Prototyp in ein Gehäuse untergebracht wurde und das finale Produkt anders aussehen wird. Schützenhilfe gab es anschließend von Google, das zusicherte Apps für das neue Bildschirmformat entwickeln zu wollen. Beim Marktstart wird es also nicht an Apps mangeln, was bereits Blackberry und Windows Phone seinerzeit zum Verhängnis wurde. Mit Samsung’s Konzept sollen gleichzeitig drei Anwendungen laufen, was die Koreaner als „Multi Active Window“ bezeichnen. Unterdessen wird zwischen dem 4,6 Zoll „Cover Display“ im zugeklappten und dem 7,3 Zoll „Main Display“ im aufgeklappten Modus unterschieden. Ersteres bietet eine Auflösung von 1.960 x 840 Pixel bei einer Pixeldichte von 420 ppi an, während im Tablet-Modus die Auflösung 2.152 x 1.536 Pixel beträgt.

Samsung Infinity Flex Display aufgeklappt

Und wozu das Ganze? Brauchen wir denn überhaupt ein faltbares Smartphone? Laut Samsung’s Vizechef fürs mobile Marketing Justin Denison lebten wir bisher in einer Welt, in der „der Bildschirm nur so groß sein konnte wie das Gerät“. So habe Samsung eine „neue Dimension“ eingefügt, das dem Nutzer hilft „zu browsen, zu schauen und zu multitasken wie nie zuvor“. Klingt interessant, aber da drängt sich der Gedanke an den überschaubaren Erfolg des Galaxy Note Edge auf. Es war das erste marktfähige Smartphone mit einem um die Kante gebogenen Bildschirm, der Informationen zu verpassten Anrufen oder anstehenden Terminen anzeigte. Ob tatsächlich mehr Display das Smartphone auf eine neue Stufe hebt, müssen wir sehen. Was haltet ihr vom neuen Samsung Design? Legt ihr euch nächstes Jahr ein faltbares Smartphone zu?

Bild: arstechnica.com