Google Nexus Q – Release auf unbestimmte Zeit verschoben

Die kleine unscheinbare und futuristisch wirkende schwarze Kugel sollte nichts weiter als das Fernseherlebnis revolutionieren. Mit dem Streaming-Player Nexus Q wollte Google seinen Einzug ins Wohnzimmer feiern, doch daraus wird jetzt nichts. Auf der Google I/O 2012 erst vorgestellt, erntete das kleine Gerät starke Kritik. Der begrenzte Funktionsumfang gepaart mit einem zu hohen Preis konnten die Besucher der Messe nicht überzeugen. Jetzt zieht Google die letzte Konsequenz und hat den Gang in die Verkaufsregale auf unbestimmte Zeit verschoben.

Das Nexus Q wartet zwar mit einer starken Hardware auf, jedoch ist der Preis für die meisten unangemessen. Vor allem, wenn man sie mit dem stärksten Konkurrenten, nämlich Apple, vergleicht. Während Google’s kleine Box für 299 $ angeboten wurde, verkauft Apple sein Apple TV für nur 99 $ und das erfolgreich. Beide bieten vergleichbare Funktionen an: Inhalte aus Smartphone oder Tablet werden über die Box an den Fernseher übertragen. Darüber hinaus können zusätzliche Inhalte aus dem Cloud-Dienst genutzt werden, so zum Beispiel Videos der Plattform YouTube.

Das Besondere am Nexus Q ist das Design. Die schwarze Kugel ist kaum breiter als eine CD und bietet ein schönes Lichtspiel. Sie wird von einem Leuchtstreifen durchzogen, der passend zum Rhythmus leuchtet oder die Farbe wechselt, wenn etwas nicht stimmt. Im Inneren werkelt ein Dualcore-Prozessor mit einem Gigabyte RAM. Neben Android 4.0 Ice Cream Sandwich ist auch eine 16 GB große Festplatte mit an Bord. Verbinden lässt sich die Streaming-Kugel via Micro-HDMI-Kabel an den Fernseher und mit dem Micro-USB-Slot können weitere Inhalte draufgespielt werden.

Auf diese Technik haben sich viele Vorbesteller gefreut und waren auch bereit, den verlangten Preis zu bezahlen. Doch aus dem Release im Herbst wird nichts, wie Google mitteilen ließ. Der Grund: Das Gerät muss noch verbessert werden. Ob dann auch der Preis nach unten korrigiert wird, bleibt abzuwarten. Für Google wäre es damit der zweite Versuch, ein Multimedia-Gerät für das Wohnzimmer zu stellen. Bekanntlich ist Google TV vor rund zwei Jahren gescheitert. Mit Sony hat Google jedoch einen erfahrenen Partner, was Multimedia-Technik angeht. Die Set-Top-Box NSZ-GS7 beispielsweise wird auf der IFA in Berlin vorgestellt und macht den Fernseher zu einem internetfähigen Smart-TV.

Quelle: computerbild.de