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Gmail – Keine Scans mehr für personalisierte Werbung

Schon mal darüber nachgedacht warum die Werbung im Gmail-Postfach so treffsicher ist? Kaum hat man eine Mail geschrieben oder empfangen, in der das Wort „Schuhe“ vorkommt, schon prangt oben ein Werbebanner eines Online Shops für Kleidung. Zufall? Wohl kaum! Ursache der personalisierten Werbung ist ein umstrittenes Feature, das Google nun beerdigt hat.

Ob Google mit dem Scannen der abermillionen Gmail-Postfächer die Privatsphäre verletzt oder für den Nutzer bessere Werbung abliefert, darüber scheiden sich die Geister. Die hitzig geführte Debatte darüber inwieweit Google als Anbieter eines kostenloses Mail-Programms auch dessen Inhalte durchforsten kann ist zu einem Ende gelangt. Google kündigte im firmeneigenen Blog an keine Mail-Inhalte mehr zu scannen und stattdessen Werbung auf andere Weise abzuliefern. Nämlich wie in anderen Diensten über die Einstellungen des Nutzers.

Seit 2004 scannt der Konzern die Inhalte der kostenlosen Verbraucher-Version von Gmail. Lediglich zahlende Kunden des Dienstes G Suite, meist Unternehmen, waren vor der Schnüffelnase Google’s befreit. Laut Google wurden die Daten allerdings nur für Werbezwecke genutzt und nicht missbräuchlich verwendet, was etwa den Verkauf der Daten an Dritte einschließt.

Klagen gegen Google und warum das Mitlesen nie ganz abgeschaltet wird

Das hielt manche aus der Tech Community nicht davon ab Google zu verklagen. Im April 2014 etwa wurde wegen „Google Apps for Education“ geklagt, ein Tool das insbesondere Studenten und Lehrende weltweit nutzen und Gmail sowie andere Dienste beinhaltet. Daraufhin stellte Google das Scannen in dieser App ein. Eine andere Klage vom August 2016 wurde durch Nutzer eingereicht, die zwar kein Gmail-Account besitzen, durch das Schnüffeln allerdings auch betroffen waren.

Ganz darauf verzichten kann Google aber auch nicht. Das Scannen der Mail-Inhalte dient nicht nur dem Datensammeln zum Zwecke der personalisierten Werbung. Was etwa die Sicherheit angeht sorgt das Scannen dafür, dass schädliche Inhalte oder Spam-Mails besser erkannt und in ihrer Verbreitung eingedämmt werden. Zudem sollen Funktionen, die mit Künstlicher Intelligenz zusammenhängen nicht eingeschränkt werden. So erkennt der Google Assistant eine Mail mit einer Reservierung und kann diese direkt in den Google Kalender übertragen. Ohne mitzulesen klappen diese Features nicht.

Bild: idownloadblog.com