FLIP4NEWS: YouTube knüpft sich MP3-Konvertierungen vor

Wer hat nicht schonmal die graue Grauzone genutzt und sich über YouTube MP3’s heruntergeladen und dabei ein Konvertierungsprogramm genutzt? Seit dem Aus der großen Downloadportale à la Kazaa oder eDonkey, rätselten die Normalsterblichen darüber, wie man einfach an Musik herankommt. Da bot sich doch die unendlich große Vielfalt von YouTube-Videos an und dank den kostenfreien Konvertierungsprogrammen, war es für jedermann ein Leichtes, an neue Musik zu kommen.

Die GEMA hat ihren Job getan und viele Videos von Musikern gesperrt, jedoch bietet das gigantische Portal immernoch genug Stoff, um via MP3-Programmen abgezogen zu werden. Die Programme erlauben es dem Nutzer, die reine MP3 aus einem Video herauszuziehen und sie so als Musikdatei auf den Computer herunterzuladen. Dabei genügt das Einfügen der URL der aufgerufenen Seite mit dem Video, um in nur wenigen Sekunden das fertige Produkt auf der Festplatte zu haben. Kostenpunkt: Umsonst.

Einer der nun Betroffenen der YouTube „Null-Toleranz-Politik“ ist die deutsche Firma PMG Technologie UG mit dem Dienst YouTube-MP3.org. Vor rund einer Woche erhielt der Geschäftsführer Post von YouTube, indem es um die Bitte oder besser gesagt um die Aufforderung ging, den Dienst einzustellen. Es gibt unzählige solcher Dienste, aber dieser scheint wohl täglich 1,3 Mio. Besucher zu verbuchen, handelt sich also um einen der größten Anbieter solcher Software.

Der Brief wies darauf hin, dass das Herunterladen von Videos ohne Kennzeichnung durch einen Download-Button gegen die AGB’s verstößt. Doch diese Erkenntnis kommt recht spät, denn es wird seit Jahren eifrig auf YouTube heruntergeladen. Warum das amerikanische Unternehmen jetzt aggressiver vorgeht, kann entweder an Selbsterkenntnis liegen oder an Druck von außen durch die Rechteinhaber der Videos, beispielsweise Plattenfirmen. Letztes Jahr haben 31 japanische Plattenlabels zusammen gegen TubeFire, ebenfalls ein Programm zum Herunterladen von Videos auf YouTube, geklagt und so den Dienst zum Einstellen gezwungen.

Ob oder wann das hierzulande auch passiert, ist nicht abzusehen. Der Geschäftsführer von YouTube-MP3.org setzt sich jedenfalls zur Wehr und hat erstens die im Brief erwähnte Frist ablaufen lassen und zweitens sich an die Öffentlichkeit gewandt. Google, denen YouTube gehört, kriminalisieren demnach die rund 200 Mio. Nutzer solcher Dienste und er verweist im gleichen Atemzug auf Google’s eigene Verletzungen von AGB’s durch Dienste wie Google News oder Google Books.

Wer auch immer Recht bekommt, was haltet Ihr von solchen Download-Diensten? Wird hier der Zugriff auf ohnehin zugängliches Material vereinfacht oder handelt es sich auch um eine Form von Diebstahl geistigen Eigentums?

Quelle: heise.de