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FLIP4NEWS: Wird ein Handypfand eingeführt?

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Mit der rasanten technologischen Entwicklung wird die Nutzungsdauer für neue Handys, Laptops und Tablets immer kürzer. Nur in Deutschland landen viele Millionen alte, unbenutzte Geräte in den Schubladen oder schlicht im Haushaltsmüll. Der Branchenverband Bitkom spricht sogar von mehr als 100 Millionen Alt-Handys in Deutschlands Schubladen.

Das Verlangen nach einem Handypfand ist nicht neu – bereits 2012 forderten die Grünen bei jedem Handy-Neukauf ein Pfand von 10 Euro. Jetzt greift der Rat für nachhaltige Entwicklung dies wieder auf. Der Rat ist ein Beratungsgremium der Bundesregierung, welcher die Verbraucher zum Umdenken bringen will.

Auf diese Weise soll verhindert werden, dass ausgemusterte Geräte gehortet werden, im Hausmüll landen oder exportiert werden. Es geht um wertvolle Edelmetalle. Gerade jetzt wird eine steigende Nachfrage nach diesen Rohstoffen verzeichnet und die Weltmarktpreise steigen.

Jedes Jahr fallen weltweit 40 Millionen Tonnen Elektronikschrott an. Allein die Deutschen werfen pro Jahr 600.000 Tonnen Handys, PCs, Föhne, Herde und Toaster weg. Eine Tonne Handy-Schrott hat einen Wert von etwa 10.000 Euro, enthält es doch rund 240 Gramm Gold, 2,5 Kilogramm Silber, 92 Gramm Palladium, 92 Kilogramm Kupfer und 38 Kilogramm Kobalt.

Deutschland ist einer von ca. 170 Staaten, welcher die Baseler Konvention zur umweltgerechten Abfallentsorgung unterzeichnet hat. Die USA hingegen nicht – und genau dort fällt am Meisten an: 29,8 Kg pro Einwohner lt StEP. Im Vergleich dazu sind es in Deutschland 23,2 Kg pro Einwohner. Somit ist es in den USA erlaubt, Elektroschrott in die Schwellenländer zu geben und nicht im Entstehungsland zu recyceln.

Warum werden Handys so selten zur Entsorgung gegeben? Weil sie klein sind und meist noch nicht kaputt, wenn ein neues Handy angeschafft wird. Durch die gesponserten Handyverträge, bei denen man nach zwei Jahren fast gratis ein neues Gerät bekommen kann, wandern die alten, noch intakten Geräte meist in den Schrank. Zum Wegwerfen sind sie zu schade, sie funktionieren ja noch. Und als Notfall-Handy taugen sie allemal.

Re-Commerce Unternehmen wie FLIP4NEW bieten hier die Chance, die alten Handys und sonstigen elektronischen Gebrauchtgeräte zu verkaufen. Bei intakten Geräten bleibt dieses durch Wiederverkauf im Umlauf – defekte Produkte gehen zu zertifizierten Recyclinghändlern.

Es geht um Knappheit: Indium beispielsweise ist einer der seltensten Rohstoffe der Welt. Die natürlichen Vorräte könnten bis 2020 so weit erschöpft sein, dass sie den Bedarf nicht mehr decken.

Da hilft nur Umdenken und mitgestalten.