FLIP4NEWS: Spotify steigert Verkäufe in iTunes

Dienste zum Musikstreamen wie Rdio oder Spotify geistern wie ein Schreckgespenst über den Köpfen von großen Plattenlabels oder auch einfachen Künstlern. Die Angst, dass Musik nicht mehr gekauft sondern nur noch gestreamt und untereinander geteilt wird, soll aber unbegründet sein, denn ein kleines Beispiel aus Schweden zeigt, dass es auch in die andere Richtung gehen kann.

Wer würde bei dem Titel „The 50 Greatest Pieces of Classical Music“ auf die Idee kommen, dass dieses Album von jetzt auf gleich Platz 152 (von 200) der iTunes Albumcharts erreicht. Im Bereich der klassischen Musik hat das Album sogar die Spitze erklommen. Das Album wurde vom schwedischen Plattenlabel X5 herausgebracht und wurde auch eifrig in Spotify hoch und runter gehört. Nur anstatt dass das Album in Vergessenheit gerät, schossen die Streams um 412 % nach oben. Der Blick rüber zu iTunes verriet, dass der Verkauf um über 50 % zugelegt hat.

Spotify CEO Daniel Ek sieht beim Streamen von Musikdateien keine negativen Auswirkungen auf den Musikmarkt und deren Vertrieb. Stattdessen sollen sich mehr Künstler von diesem Beispiel ermutigen lassen und ihre Werke der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Der CEO von X5, Johan Lagerlof, erklärt den Sinn hinter Spotify und macht klar wie es zu diesem enormen Schub bei diesem klassischen Album kommen konnte.

Die meisten User würden Spotify als Quelle für neue Ideen nutzen und sich umschauen, was es denn an neuer interessanter Musik gibt. Der Kauf der Musik würde trotzdem erfolgen und so profitieren auch iTunes und andere Verkaufsplattformen davon. Also gibt es nach Lagerlof eine eindeutige Beziehung zwischen dem Streamen in Spotify und dem Onlineverkauf von Musiktiteln.

Doch gibt es einen Verlierer bei der ganzen Sache? Schon länger werden Streamingdienste dafür kritisiert, dass den Musikern nur kleine Krümel zukommen und sich die Unternehmen den Großteil der Einnahmen einheimsen. Laut Spotify CEO bekommt die Mehrheit der Künstler 50 – 60 % der Einnahmen. Hierfür gibt es auch eine Begründung. Zwar fallen die Anteile gering aus, aber im Gegensatz zu den früheren CD-Verkäufen, als es einen Verkaufsschub gab und dieser wieder abebbte, verdienen Künstler kontinuierlich bei jedem Stream, unabhängig von Ort und Zeit.

Wie seht ihr das? Bietet das Musikstreaming jüngen Künstlern eine Plattform, an der sie auch verdienen können?

Quelle: techcrunch.com