FLIP4NEWS: Ein Blick hinter die Kulissen von WhatsApp

Heute ist ein Update für den beliebten Messenger WhatsApp erschienen und wir wollen die Gelegenheit nutzen, um euch etwas über die App und ihre Macher zu erzählen.

Doch zuvor zum Update: Im Google Play Store könnt ihr euch die Versionsnummer 2.7.8509 herunterladen und diese birgt Änderungen wie das Hochladen eines Profilfotos aus der App heraus sowie die Möglichkeit über die Benachrichtigung einer eingegangenen Nachricht direkt antworten zu können ohne die App öffnen zu müssen. Natürlich wurden auch kleinere Fehler behoben, um das Programm zu optimieren.

Nun nutzen Millionen Menschen WhatsApp um miteinander zu kommunizieren. Der Grund dafür sind die ungerechtfertigt hohen Kosten für SMS, die nach Meinung vieler zu hoch sind und für die Telekommunikationsunternehmen nur zusätzliches Geld in die Kasse beschert, ohne dass von deren Seite aus große Mühen getätigt werden. Wer hat dieses Programm entwickelt und wie kommt es, dass die Unternehmen tatenlos zusehen, dass ihnen Milliarden Euros durch die Hände gleiten?

Die beiden ehemaligen Yahoo-Mitarbeiter Brian Acton und Jan Koum haben seit 2009 an der App gearbeitet und dabei jeden Kontakt mit den Medien vermieden. Sie halten sich bedeckt und gehören nicht zu den typischen CEO’s eines Start-Ups die ständig Interviews geben oder ihre zukünftigen Pläne der Masse bekanntgeben. Auch schweigen sie sich über interne Angelegenheiten aus, was Investments oder Aktien- und Firmenwerte angeht.

WhatsApp gehört zu den meistverkauften iPhone Apps vertreten in über 100 Ländern. Von einer globalen App kann man also sprechen, jedoch gibt es weder Zahlen zu den Nutzern, Downloads oder sonst irgendwelche Informationen zur Entwicklung und zum Wachstum des Messengers. Eine Zahl, die aber bekannt ist, wurde von den Mobilfunkunternehmen veröffentlicht. So hat der Gebrauch von WhatsApp und ähnlichen Programmen dazu geführt, dass der Umsatz mit dem SMS-Geschäft um knappe 14 Milliarden Dollar nach unten gekracht ist. Dass in vielen Jahrzehnten genug Milliarden Dollar mit SMS verdient wurden, sollte hier nochmal erwähnt werden, um kein Mitleid mit den Unternehmen aufkommen zu lassen.

Auf diese enorme Zahl haben die Acton und Koum eine Antwort parat und verweisen darauf, dass wegen des Messengers die Kunden eher zu Datenverträgen tendieren anstelle von Prepaidangeboten. Da das Programm eine Verbindung ins Internet benötigt, soll so der Verlust durch geringeren SMS-Versand aber durch Abschluss von mehr Verträgen wettgemacht werden. Da die meisten über ein Smartphone verfügen und dieses auch regelmäßig zum Surfen im Web verwenden, ist dieses Argument garnicht so weit hergegriffen. Positiv anzumerken ist die Tatsache, dass durch das Programm weder Werbung geschaltet noch Nutzerdaten (außer der Telefonnummer) gesammelt werden.

Die Mobilfunkkonzerne schauen da natürlich nicht tatenlos zu und beginnen Mitte 2012 mit dem neuen Kommunikationsdienst Joyn. Diese soll Textnachrichten und Fotos versenden sowie Videochats unterstützen. Abgerechnet würde nach Datenvolumen und nicht nach einzelnen auf 160 Zeichen beschränkte Nachrichten.

Wir jedenfalls sind gespannt wie sich der Markt für Kommunikation entwickelt und ob Joyn sich als neuer Standard etablieren kann!

Quelle: Financial Times Deutschland