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FLIP4NEWS: 10 Alternativen zu WhatsApp

Die Netzgemeinde ist gnadenlos – wenn ihr was nicht passt, zieht sie weiter. Die Welt berichtet von „Tausenden“, die bereits über Nacht zu Mitbewerbern von WhatsApp gewechselt sind. Es hat die Community schon etwas geschüttelt – die Übernahme von WhatsApp durch Facebook. Ganze 19 Milliarden USD sind geflossen bzw werden nach der Genehmigung fließen.

Gerade gibt es mal wieder eine Aktualisierung der immer noch beliebtesten App – doch jetzt liest man diese intensiver. So erschreckt es, dass wir WhatsApp erlauben, Gespräche und Telefonate mitzuschneiden, Fotos einzusehen und den aktuellen Standort zu verraten. Wer sich sorgt, sollte die AGB´s richtig lesen, denn mit Bestätigung eben dieser dürfen wir uns eigentlich nicht über die Dreistigkeit mancher Apps beschweren. Natürlich gibt es Alternativen, obwohl der bekannte Netzwerkdienst noch die meisten Nutzer mit ca. 450 Millionen hat.

Anzahl-Nutzer-von-WhatsApp

Welche Wahlmöglichkeiten gibt es? Wir stellen euch zehn ausgewählte Messenger-Dienste kurz vor:
(Reihenfolge ohne Wertung)

1. Threema

Aus der Schweiz / kostenpflichtig mit 1,79 /1,60 Euro p.a. / für Android & iOS                   

Die Kommunikation mit Threema ist mit der so genannten End-To-End-Verschlüsselung geschützt. Das bedeutet, dass gesendete Nachrichten nur vom Endgerät des tatsächlichen Nutzers gelesen werden können. So sollen Nachrichten von unterwegs nicht abgefangen und gehackt werden können.

Die eingesetzte Verschlüsselung basiert auf NaCI, einer Open-Source-Bibliothek, die von den renommierten Kryptografen Tanja Lange, Daniel J. Bernstein und Peter Schwabe entwickelt wurde. Die App lässt sich zudem auch noch einmal extra per PIN-Code sperren. Threema ist derzeit die meistgekaufte App in Apples AppStore.

Nach dem Herunterladen wird der Nutzer aufgerufen, ein individuelles Schlüsselpaar zu erstellen, indem er mehrere Sekunden mit dem Finger über ein Feld wischt. Durch das Kreuzen unterschiedlicher Ziffern und Buchstaben errechnet die App zwei Schlüssel, einen privaten und einen öffentlichen. Ersterer bleibt beim jeweiligen Gerät. Der zweite Schlüssel dient zur Entschlüsselung der eigenen Nachrichten und ist somit für Chatpartner vorgesehen. Die Konversation zwischen jedem Senderschlüssel und Empfängerschlüssel wird zudem aus einem eigens dafür erstellten dritten Schlüssel geschützt

Das Versenden von Textnachrichten ist ebenso simpel wie das Versenden von Videos oder Bildern. Lediglich die Voice-Mail ist bei Threema nicht zu finden.

2. myEnigma

Aus der Schweiz / kostenfrei / für Android & iOS

Das System verschlüsselt Textnachrichten, Chats und Multi-Media Inhalte mit der AES 256bit End-to-End Verschlüsselung. Niemand außer dem Sender & Empfänger kennt den Schlüssel zum Klartext der Nachricht.

Neben dem Nachrichtenversand funktioniert auch die Übermittlung von Fotos, Videos und Audiodateien. Gruppen-Chats sind mit bis zu 30 Teilnehmern möglich.

3. Line

Aus Japan / kostenfrei / für Android & iOS

Der aus Japan stammende Messenger Dienst von 2011 lockt neben dem Versenden von Textnachrichten, Fotos und Videos mit Desktopverbindung, Newsfeed, Games und Videoanrufen. Weiter hebt sich dieser Dienst von anderen durch eine öffentliche Pinnwand, sowie Notizfunktion ab.

Als Monetarisierungsmodell setzen die Macher auf Spiele und quietschbunte Sticker, die man extra kaufen kann. Denn Line selbst ist komplett kostenlos.

4. Viber

Aus Japan (ursprgl. Israel) / kostenfrei / für Android & iOS

Viber kann Fotos, Videos, kurze Audioaufnahmen, den Standort oder einen Kontakt direkt aus der App heraus senden. Über WLAN oder 3G ist die kostenfrei Telefonie möglich. Das Programm durchsucht automatisch das komplette persönliche Adressbuch, sodass man stets weiß, wer ebenfalls per Viber erreichbar ist. So sammelt das System massenhaft Daten.

Übrigens: Viber wurde am 14. Februar 2014 vom japanischen Unternehmen Rakuten übernommen.

5. Hangouts

Aus Amerika ( Google) / kostenfrei / für Android & iOS

Dieser Netzwerkdienst ist überall nutzbar, wenn man mit seinem google Account angemeldet ist. Video & Chat, sowie Gruppenchats sind nur mit einem Google+ Account möglich.

Durch den Google-Account hat man Zugriff auf alle Informationen und Kontakte, die im Google-Konto gespeichert sind. Bei der ersten Benutzung besteht die Möglichkeit, Google seine Telefonnummer mitzuteilen – diese Option kann aber auch übersprungen werden. Die App greift auf das Telefonbuch zu und Einladungen an andere zu Hangouts können versandt werden

Der Hangouts-Client für das Smartphone zeigt nicht an, wer gerade online ist, doch ist im Chatverlauf ersichtlich, welche Nachrichten gelesen wurden.

6. Telegram

Aus Russland / kostenfrei / für Android & iOS

Bei dem Telegram-Messenger gibt es Gruppenchats, Nachrichten–und Videoversandt bis zu einer Größe von 1GB. Die Nachrichten werden in der Cloud gelagert – doch wer auf Nummer sicher gehen will, aktiviert die Funktion „Secret Chats“. Diese bietet eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, die Nachrichten können nicht weitergeleitet werden und landen nicht in der Cloud. Außerdem kann man einstellen, dass sich das Geschriebene nach einer gewissen Zeit selbst zerstört.

Achtung: verschlüsselte Chats sind nicht die Grundeinstellung  – hierfür muss man einen neuen “sicheren” Chat starten.

7. Skype

Aus Amerika / kostenfrei / für Android & iOS

Seit 2011 ist Skype in den Händen von Microsoft, wurde jedoch von einem schwedischen und einem dänischen Unternehmer entwickelt.

Wer skypen will, muss sich anmelden, die Nutzernamen seiner Freunde kennen und die Kontaktliste einzeln verwalten. Wie am PC lässt sich mit der Skype-App chatten, telefonieren und videotelefonieren. Von Skype zu Skype ist das umsonst, bei Anrufen auf Festnetz und Mobiltelefone entstehen Gebühren. Hier wird nicht direkt das Adressbuch nach möglichen Skype-Nutzern durchforstet, somit kann im Gegensatz zu vielen anderen Apps kein Zugriff auf diese persönlichen Daten erfolgen.

8. ChatOn

Aus Korea (Samsung) / kostenfrei / für Android & iOS

Mit diesem Messenger können nicht nur Fotos oder Videos direkt mit Chatpartnern geteilt werden, sondern auch Kalendereinträge, Dateien, Kontakte oder animierte Nachrichten. Auch kurze Sprachnachrichten sind möglich. Die Kontakte werden über die Telefonnummern des Telefonbuches automatisch hinzugefügt.

9. Kakaotalk

Aus Korea / kostenfrei / für Android & iOS

Nachrichten, Videos, Fotos, Sprachmitteilungen und Standortdaten kann man über diesen Dienst verschicken. Kostenlose Telefonate sind ebenfalls möglich.

Ein Highlight sind die Chatrooms, in denen man mit unzähligen Freunden kommunizieren kann. Die Chatrooms lassen sich sogar nach eigenen Wünschen gestalten. Kakaotalk wird nach Angaben der Entwickler aus Sicherheitsgründen verschlüsselt.

10. Trillian

Aus Amerika / kostenfrei / für Android & iOS

Trillian ist ein Dienst, der mit zahlreichen anderen Chatprogrammen zusammenarbeitet. Er verbindet sich beispielsweise mit ICQ, Windows Live, dem Yahoo Messenger sowie IRC und ermöglicht so das Kommunizieren mit Freunden, auch wenn diese einen anderen Messenger verwenden. „Trillian“ unterstützt zudem verschiedene soziale Netzwerke wie Facebook, Myspace und Twitter. So hat man direkt im Blick, wenn Freunde eine neue Statusmeldung posten. Zudem gibt es von Trillian nun auch ein In-Game-Plugin, mit welchem man auch aus diversen Spielesitzungen heraus kommunizieren kann. Der Messenger arbeitet mit einer 128bit Blowfish Verschlüsselung.

Fazit: Es gibt viele Alternativen und man muss sich entscheiden, für was man den Messenger nutzen möchte. Bei bereits stattgefundenen Tests wie von der namhaften Stiftung Warentest, hat aus Sicherheitsaspekten der Messenger Dienst „Threema“ am besten abgeschnitten.