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Facebook Kettenbriefe – Eine kurze Aufkärung

Die Geschäftspraktik von Facebook ist alles andere als duchschaubar. Die derzeit rumgehenden Kettenbriefe sind es ebenfalls nicht. Alle paar Monate, wenn eine angebliche oder tatsächliche „Änderung der Geschäftsbedingungen“ ansteht, werden Kettenbriefe rumgereicht, die das Löschen des Accounts und den Rückzug aus dem sozialen Netzwerk ans Herz legen. Manch Kettenbrief muss nur als Statusnachricht geteilt werden und schon untersagt man Facebook die eigenen Daten zu nutzen. Das ist nicht nur falsch, sondern täuscht den Nutzer darüber, welche Rechte er besitzt und welche nicht. Wir klären auf!

Wer kann auf alle meine veröffentlichten Postings, geteilten Bilder und geschlossenen Freundschaften zugreifen und lagern diese Informationen bis in alle Ewigkeit in gigantischen Rechenzentren? Es kann ein erschreckender Gedanke sein, wenn derart persönliche Informationen außerhalb der eigenen Reichweite liegen und anonyme Dritte darauf zugreifen können. Doch eines muss vorneweg angemerkt werden: wer keine Bilder oder persönlichen Geheimnisse veröffentlicht, braucht sich keine Gedanken um ihren weiteren Verbleib in der digitalen Welt zu machen. Aber werfen wir mal einen Blick auf die Kettenrbriefe und welch falsche Versprechen sie dem Nutzer geben.

Facebook hat seine Richtlinien zuletzt im Januar 2015 geändert. Wenn nun Kettenbriefe behaupten dies wäre erneut der Fall, dann stimmt das schlichtweg nicht. Jedenfalls sind Inhalt des aktuellen Kettenbriefs meist Artikel und Paragraphen, die Geistiges Eigentum zum Gegenstand haben. Facebook Nutzer, die sich auf „Artikel 111, 112 und 113“ Strafgesetzbuch sowie auf die „Statuten von Rom“ berufen, deren Daten sollen vor Facebook und seinen dubiosen Machenschaften sicher sein. Ein kurzer Blick ins Gesetzbuch offenbart, dass Artikel 112 nicht mehr existiert und die anderen beiden die Öffentliche Aufforderung zu Straftaten (§ 111) sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte (§ 113) behandeln. Also nichts übers Geistige Eigentum. Die Paragraphen und der Verweis auf die Statuten von Rom sind nichts als Augenwischerei und sollen dem Kettenbrief Glaubwürdigkeit verleihen.

So, nun wissen wir, dass dieser und viele vergangene und noch kommende Kettenbriefe völliger Blödsinn sind. Weder ihr Teilen noch ihre dauerhafte Präsenz als Statusbeitrag ist in irgendeiner Art hilfreich, wenn es um die eigenen Daten geht. Denn was die Privatsphäre anbelangt, so muss man sich in die Privatsphäre-Einstellungen begeben und dort festlegen wer was von einem zu sehen bekommt. Und zuguter letzt: Was darf Facebook mit meinen Daten machen?

Seit der Änderung der Nutzungsbedingungen Ende Januar 2015 hat sich einiges geändert, allen voran die Daten-Sammelwut hat zugenommen. Da geht es etwa um Standortdaten, die mit dem Profil verknüpft zu passgenauerer Werbung führen. Das soziale Netzwerk analysiert auch auf welchen Seiten man sonst unterwegs ist. Man sollte sich also nicht wundern, wenn man Werbung für Damenschuhe im Newsfeed findet, wenn man vorher auf Shoppingseiten unterwegs war. Auf der anderen Seite sind dem Nutzer durch die Änderungen mehr Möglichkeiten in die Hand gedrückt worden, um seine eigene Sichtbarkeit und die seiner Postings zu kontrollieren. Fakt ist, was man auch postet und wenn es nur drei Leute sehen, Facebook hat es gespeichert.

Anstatt also das soziale Netzwerk zu verdammen, das lediglich seine Möglichkeiten auslotet um Geld zu machen und dabei sicher nicht immer den Datenschutz des Nutzers im Hinterkopf behält, sollte man sich selbst Datensparsamkeit auferlegen. Die Welt muss nicht alles über einen wissen und so bleibt man interessant, statt sich selbst gläsern zu machen.