Blackberry 10 und neue Smartphones aus dem Hause RIM

Blackberry 10 und neue Smartphones aus dem Hause RIM

Für Research In Motion wird das Event am 30. Januar über Niedergang oder Fortbestehen des kanadischen Herstellers entscheiden. Kommenden Mittwoch will der Blackberry-Macher sein neues mobiles Betriebssystem Blackberry 10 (BB 10) und eine Reihe neuer Smartphones präsentieren. Eines soll wie gewohnt mit einer physischen Tastatur bedient werden können, während auch ein Touchscreen-Modell zum Zuge kommen soll. Wird es RIM schaffen bestehende Kunden zu überzeugen und neue zu gewinnen?

Was kann Blackberry anders machen?

Die Lage in der sich RIM schon länger befindet, war letztes Jahr ein großes Thema der Tech-Industrie. Sinkende Verkaufszahlen, mangelnde Innovationen und Systemausfälle bestimmten die Schlagzeilen in Verbindung mit Blackberry. Auch wenn das Geschäft in den USA einigermaßen gut läuft, was letztlich daran liegt dass Unternehmen ihren Mitarbeitern die Geräte vorschreiben, ist das Gesamtbild mehr als getrübt. Deshalb greifen viele Mitarbeiter für den Privatgebrauch auf iPhone, Samsung und Co. zurück, während das Blackberry ausschließlich beruflich genutzt wird.

Leute vom Fach erläutern das so: Nicht nur muss sich Blackberry von iOS, Android und Windows Phone stark unterscheiden, sondern zudem für Geschäftskunden ein ganzheitliches Angebot bieten. Das wären unter anderem Sicherheitsfeatures und ein funktionierender Support. Denn im Business kostet Zeit Geld, da dürfen alltägliche Mobilgeräte nicht versagen. Das aber ist vorgekommen, als der Blackberry E-Mail Service tagelang ausfiel. Auch was die Ästhetik und das App-Angebot angeht, muss RIM vieles nachholen. Das betrifft das Design der Geräte sowie den Aufbau des Betriebssystems und ein reichhaltiges Angebot an Minianwendungen.

RIM steht mit dem Rücken zur Wand, da das neue System von Angang an überzeugen muss. Während Microsoft bei Windows Phone 7 Erfahrungen sammeln konnte, die sie nun in Windows Phone 8 eingebaut haben, bietet sich für RIM kaum eine zweite Chance. Verluste von bis zu 51 % machen eine aufwendige Werbekampagne oder einen zweiten Anlauf kaum möglich.

Was erwartet man von den neuen Blackberry Phones?

Vor wenigen Jahren besaß noch jeder Geschäftsmann ein Blackberry Smartphone. In der Öffentlichkeit konnte man sich so abgrenzen und als Arbeitswütiger profilieren. Das Aufkommen weiterer Smartphones, die ebenfalls das Schreiben und Versenden von E-Mails oder den Zugriff auf Cloud-Dienste erlauben, haben Blackberry Geräte obsolet werden lassen. Das Design von iPhone und Co. spielten dabei auch eine große Rolle, die die Blackberrys wie unhandliche klobige Kästen erscheinen ließen.

Erste Schritte in Richtung Komplett-Service hat RIM bereits unternommen. Mit Blackberry Enterprise Service 10 beispielsweise gibt es nun ein erneuertes System zum Verwalten von Geräten, das ist gerade für Unternehmen interessant. Mit Blackberry Balance ist es zudem möglich, mehrere Profile auf einem Gerät anzulegen, sodass Berufliches und Privates von einem Blackberry aus erledigt werden kann. Zwar nichts Neues, aber ein Anschluss an bereits bestehende Standards.

Auch wenn es ironisch klingen sollte, der größte Pluspunkt des Blackberry ist seine physische Tastatur. Das ist auch der Grund warum RIM bei der Präsentation nächste Woche erneut ein Blackberry mit solch einer Tastatur vorstellen wird. Das Schreiben, Editieren und allgemein das Arbeiten geht sauberer, schneller und fehlerloser von der Hand. Wir erinnern uns an das erste Blackberry mit Touchscreen, das bei Bestandskunden einfach nicht angekommen ist. Blackberry ist und bleibt ein Business-Phone mit einer physischen Tastatur auf der sich beinahe alles finden lässt, ohne in irgendwelchen Untermenüs nach Sonderzeichen suchen zu müssen. Um aber abseits der Businesswelt etwas Geld zu verdienen, darf ein Touchscreen-Model nicht fehlen.

Quelle: cnn.com