apple-mania-2

Apple Music – Verletzt Cupertino die Wettbewerbsregeln?

apple mania 2

Verstößt Apple mit seinem Musikstreamingdienst gegen Wettbewerbsregeln? Diese Frage hat das US-Justizministerium zu beantworten, nachdem eine Verbraucherschutzorganisation Apple’s Geschäftspraktiken angeprangert hat. Zur Debatte steht, ob Apple Vorteile gegenüber der Konkurrenz besitzt und diese unfair ausspielt.

Die Verbraucherschützer von Consumer Watchdog haben in einem Brief an das US-Justizministerium und der Wettbewerbsbehörde FTC die Geschäftspraktiken von Apple angeprangert und eine Untersuchung gefordert. Sie befürchten, dass der Konzern aus Cupertino mit seinem jüngst gestarteten Apple Music ein Monopol auf Musikstreaming aufbaut. Die Konkurrenten, wie etwa Spotify, würden durch Apple-Politik allmählich vom Markt gedrängt.

Was werfen die Verbraucherschützer Apple konkret vor? Gleich mehrere Punkte. Zum einen hätte Apple durch den Musikdienst iTunes einen gegenüber der Konkurrenz unfairen Vorteil, da Apple im Besitz von rund 800 Millionen Kreditkartendaten ist. Dies würde den Nutzern den Umstieg von der kostenlosen Testphase ins kostenpflichtige Abo vereinfachen, weshalb Produkte anderer Hersteller seltener in Betracht kämen. Darüber hinaus weiß Apple durch iTunes, was die Kunden für Musik hören. Das ist ein entscheidender Vorteil im Musikstreaming, geht es hierbei um persönlich angepasste Musik.

Zum anderen die App Store Politik, nach der Apple für jeden Verkauf 30 % Abschlag kassiert. Das bedeutet für Spotify und Co., dass sie ihr monatliches Abo auf einen Preis von 12,99 Euro anheben müssten, um das gleiche wie auf Android-Geräten zu verdienen. Dort kostet der Dienst 9,99 Euro monatlich. Apple bietet sein Musikstreaming plattformübergreifend für 9,99 Euro an.

Laut Consumer Watchdogs sei man bisher zufrieden mit Apple gewesen, allen voran in Sachen Privatsphäre der Kundendaten. Da sie eine Monopolbildung befürchten, entschieden sie sich das Justizministerium und die Federal Trade Commission einzuschalten. Auch die EU-Kommission dürfte sich den Fall näher ansehen.

Dies wäre nicht die erste Beschwerde, mit der Apple konfrontiert ist: Erst Anfang Juli 2015 wurde Apple zur Zahlung einer Entschädigung in Höhe von 450 Millionen Dollar verurteilt. Apple hatte mit Buchverlagen Preise abgesprochen und E-Books über den eigenen Store zu überhöhten Preisen verkauft. Wie auch immer der Fall um Apple Music ausgeht, eine Entscheidung dürfte noch Jahre auf sich warten lassen.