Apple an US-Regierung: Keine Hintertür zu privaten Nutzerdaten

US Kongress

Am kommenden Dienstag wird im US-Repräsentantenhaus über den „CISA“-Gesetzesentwurf abgestimmt, der es der US-Regierung weiter erleichtert, auf private Nutzerdaten zuzugreifen. Beinahe die gesamte Tech-Branche stemmt sich gegen dieses Gesetz, allen voran Apple. CEO Tim Cook teilte gestern mit, dass man den Gesetzesentwurf nicht unterstützen werde. Überdies erteilte Apple dem Justizministerium eine Absage, nach der man Hintertüren zum Ausspähen einrichten solle.

Durch die Enthüllungen von Edward Snowden zu illegalen Abhörprogrammen ist das Vertrauen in die Silicon Valley Unternehmen stark gesunken. Allesamt wurden sie als gefügige Handlanger der Regierung und ihrer Geheimdienste angesehen. Die Unternehmen wiederum beteuern, nicht mitgeholfen zu haben private Daten der Nutzer auszuspähen. Ob und inwiefern sich Silicon Valley und Washington nahestehen, lässt sich nicht eindeutig beantworten.

Apple CEO Tim Cook

Hingegen sendete Apple CEO Tim Cook gestern Abend positive Signale – zumindest für die Kunden des Apfelkonzerns. Er erteilte dem CISA Act (Cybersecurity Information Sharing Act), über den kommenden Dienstag im US-Kongress abgestimmt wird, eine klare Absage. Im Gesetzesentwurf geht es um Cybersicherheit und den Schutz der Bürger vor Hackerangriffen. Doch um dies zu gewährleisten, dürften Geheimdienste problemlos Millionen Telefone ausschnüffeln und private Daten durchsehen. Laut Cook dürfe man nicht vor der Wahl der Sicherheit einerseits und dem Schutz der Privatsphäre andererseits stehen.

Dazu hieß es: „Wir stimmen dem CISA-Gesetzesentwurf in seiner jetzigen Form nicht zu. Das Vertrauen unserer Kunden bedeutet uns alles und wir glauben nicht, dass die Sicherheit auf Kosten der Privatsphäre einhergehen sollte.“ Inwiefern sich Apple vor dem Gesetz, das die Unterstützung der Demokraten wie der Republikaner genießt, drücken kann, wird sich noch zeigen müssen. Einem US-Bundesrichter sagte Cook unlängst, dass iPhones mit iOS 8 und neuer sowie einer Sicherung per Passcode ohnehin nicht geknackt werden könnten. Dafür seien die Verschlüsselungstechniken in den neueren Versionen des Mobilbetriebssystems zu weit ausgereift. Wollen wir hoffen, dass das so stimmt…